Von Mor bis Matondo

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Kurz vor Ablauf der Transferfrist verpflichtete die TSG Hoffenheim das ivorische Top-Talent Bazoumana Touré von Hammarby IF und machte den 18-Jährigen beim schwedischen Erstligisten zum Rekordverkauf. Mit der gezahlten Ablöse in Höhe von 10 Millionen Euro reihte sich der Linksaußen auch in die teuersten U19-Zugänge der Bundesliga-Historie ein. Transfermarkt hat einen Blick in die Datenbank geworfen und analysiert, wie sich Tourés Vorgänger aus diesem Ranking entwickelt haben – von heutigen Top-Stars wie Jude Bellingham über Spieler wie Jadon Sancho oder Mathys Tel, deren Laufbahn zwischenzeitlich ins Stocken geriet, bis hin zu jenen, die es in Deutschland nicht geschafft haben, wie Emre Mor, Renato Sanches oder Alexander Isak.
„Bazoumana hat sich durch seine konstant starken Leistungen in Schweden in den Fokus vieler europäischer Top-Klubs gespielt. (…) Er ist ein hochtalentierter und dadurch natürlich auch sehr spannender Spieler, der in seinem jungen Alter bereits über sehr gute Fähigkeiten verfügt und trotzdem noch enormes Entwicklungspotenzial in sich trägt. Er ist ein schneller, technisch starker und torgefährlicher Offensivspieler, der sehr gut zu unserer Spielphilosophie passt. Er wird von uns die nötige Zeit bekommen, um sich hier im Kraichgau in aller Ruhe zu akklimatisieren und sportlich die nächsten Schritte zu gehen“, verpassten die Kraichgauer Touré im Zuge der Transfer-Verkündung viele Vorschusslorbeeren.
Am Wochenende beim aus TSG-Sicht desaströsen 0:4 gegen Union Berlin feierte der Youngster, der für Hammarby zwischen März und November 2024 13 Scorer in 23 Pflichtspielen beisteuerte, sein Bundesliga-Debüt. 18 Minuten erhielt der dreifache Nationalspieler von Coach Christian Ilzer und ließ angesichts der kurzen Zeit und des Spielstandes zumindest vereinzelt seine Fähigkeiten aufblitzen. „Denke mal, wir werden an ihm noch Spaß haben. So ein Spiel als Debüt zu haben, ist natürlich auch nicht ideal“, attestierte TM-User „TSG27“ im Forum und „mxmlhr“ schrieb: „Defensiv/Körperlich muss er sich steigern, das wird auf diesem Niveau nicht reichen. Offensiv hat man in Ansätzen gesehen, dass er ein Top-Talent ist. Er hat in jeglicher Hinsicht sehr schnelle Beine.“

„einechtertsgfa“ wagte derweil bereits einen kleinen Blick in die Zukunft: „Ich hoffe, er bringt Unbekümmertheit, Spritzigkeit und Spielwitz mit ein, was uns so dringend fehlt. Aber leicht wird’s nicht. Der arme Junge wird hier mitten in den Bundesliga-Abstiegskampf gekauft und war vor nicht mal einem Jahr noch an der Elfenbeinküste zugegen, ist gerade mal 18 Jahre jung. Der wird am Ende, wenn es runtergehen sollte, am wenigsten dafür können. Aber sowas bildet einen ja auch weiter in der Persönlichkeit …“
Oftmals ist bei Youngsters in diesem Alter kaum vorherzusehen, ob großes Talent wirklich für eine entsprechende Karriere reicht – sei es aus Leistungs-, Verletzungs- oder anderen Gründen. Transfermarkt hat den Touré-Transfer zum Anlass für einen Blick in die Datenbank und die Entwicklung der teuersten U19-Zugänge der Bundesliga-Historie genommen.
Alexander Isak: 2016/17 für 8,6 Mio. Euro von AIK zum BVB
Mit 17 als frischgebackener Nationalspieler zum BVB gekommen, heute einer der wertvollsten Spieler der Premier League. Letzteres hat aber nicht unbedingt etwas mit Isaks Entwicklung in Schwarz-Gelb zu tun. Zwischen seiner Ankunft beim BVB und der Leihe zu Willem II im Januar 2019 spielte der Stürmer 13-mal für die Dortmunder Profis (1 Tor) und zwölfmal für die zweite Mannschaft. Das Risiko der relativ hohen Ablöse ging nicht auf, die Leihe in die Niederlande allerdings vollends: Für die Tilburger markierte Isak in 18 Spielen 14 Tore und sieben Vorlagen, zog das Interesse von Real Sociedad auf sich und ging nach Spanien. Dort gelang ihm der Durchbruch und Newcastle legte 2022 70 Mio. Euro auf den Tisch. Gut für den BVB: Aufgrund einer Weiterverkaufsbeteiligung stieg die aus Spanien erhaltene Ablöse nachträglich auf 15 Mio. Euro. Isak steht in der aktuellen Spielzeit bei 22 Torbeteiligungen in 22 Ligaspielen – lediglich Liverpools Mohamed Salah weist mehr Scorer auf.

Rabbi Matondo: 2018/19 für 9 Mio. Euro von Man City zu Schalke
Im Januar 2019 verpflichtete der FC Schalke 04 den flexiblen Außenbahnspieler Rabbi Matondo für 9 Mio. Euro von Manchester City. Das Eigengewächs der Skyblues brachte es in der Folge immerhin auf 30 Bundesliga-Einsätze für die Königsblauen, in denen ihm zwei Treffer gelangen. Nachhaltig durchsetzen konnte sich das Offensivtalent jedoch nicht – Leihen nach Stoke und Brügge folgte 2022 der feste Wechsel zu den Glasgow Rangers für ein Drittel der Summe, die S04 einst investierte. Auch Matondos Marktwert nahm eine entsprechende Entwicklung. In diesem Winter kehrte der hochveranlagte Angreifer nach Deutschland zurück und heuerte per Leihe bei Hannover 96 an. Bereits in den ersten beiden Einsätzen für die Niedersachsen überzeugte der walisische Nationalspieler u. a. mit einem Traumtor im Spiel gegen den Hamburger SV.
Finn Jeltsch: 2024/25 für 9,5 Mio. Euro von Nürnberg nach Stuttgart
U17-Weltmeister Finn Jeltsch wechselte im Februar 2025 für eine Ablöse fast doppelt so hoch wie sein Marktwert vom Ausbildungsklub Nürnberg zum Vizemeister VfB Stuttgart. Der von FCN-Coach Miroslav Klose als „Riesentyp“ und „Riesentalent“ gelobte Innenverteidiger ging nach zehn Jahren beim Club den nächsten Entwicklungsschritt und will sich bei den Schwaben nun auf höherem Niveau beweisen.
Beim VfB hofft man, dass dem U17-Welt- und -Europameister dies auch gelingt: „Finn Jeltsch zählt auf seiner Position zu den herausragenden, jungen Spielern in Deutschland. Mit 18 Jahren hat er bereits 31 Spiele in der 2. Bundesliga bestritten. Wir freuen uns sehr, dass wir Finn langfristig an den VfB binden konnten.“
Emre Mor: 2016/17 für 9,75 Mio. Euro von Nordsjaelland zum BVB
Emre Mor galt bei seinem Wechsel nach Deutschland als einer der größten Hoffnungsträger des türkischen Fußballs. Der große Durchbruch blieb dem heute 27-Jährigen Rechtsaußen jedoch sowohl bei Borussia Dortmund als auch auf einer seiner Folge-Stationen verwehrt. „Als hochveranlagten und in der Offensive vielseitig einsetzbaren jungen Spieler mit riesigem Entwicklungspotenzial“ hatte der damalige BVB-Sportdirektor Michael Zorc Mor beim Transfer gepriesen – am Ende standen für den 15-fachen Nationalspieler drei Scorer in 19 Kurzeinsätzen und keine Partie über 90 Minuten für Schwarzgelb zu Buche.
Immerhin: Der BVB konnte Mor nur ein Jahr später noch für 13 Mio. Euro an Celta Vigo abtreten. Es folgten fünf weitere Stationen, darunter auch eine Leihe nach Griechenland. Heute spielt Mor für Eyüpspor in der Süper Lig und weist 2024/25 bei sechs Einsätzen zwei Vorlagen auf. Den einstigen Höchstmarktwert aus der Zeit des BVB-Wechsels von 5 Mio. Euro konnte er später nicht mehr erreichen.

Assan Ouédraogo: 2024/25 für 10 Mio. Euro von Schalke 04 zu RB Leipzig
Das viel umworbene Schalker Eigengewächs Assan Ouédraogo wagte im vergangenen Sommer den Schritt ins deutsche Oberhaus und schloss sich RB Leipzig an. Verletzungen am Knie sowie am Oberschenkel ließen den gebürtigen Mühlheimer bei den Sachsen jedoch noch nicht wirklich ankommen – lediglich 47 Spielminuten stehen beim 18-Jährigen zu Buche. Dennoch verfolgt der Youngster bei RB einen klaren Plan, der ihm auf Sicht zum Bundesliga-Durchbruch verhelfen soll. Sein binnen kürzester Zeit von 500.000 auf 10 Mio. Euro gestiegener Marktwert stagniert entsprechend der Situation seit Sommer 2024.
Josip Brekalo: 2016/17 für 10 Mio. Euro von Zagreb nach Wolfsburg
Inter Mailand, Benfica Lissabon und dem FC Arsenal sagte Josip Brekalo eigenen Angaben zufolge ab, um sich 2016/17 dem VfL Wolfsburg anzuschließen. Der damalige Manager Klaus Allofs attestierte dem Linksaußen bei den Niedersachsen eine „große Zukunft“, zu der es jedoch nie wirklich kommen sollte. Dennoch: 129 Pflichtspiele absolvierte der bei Dinamo Zagreb ausgebildete 35-fache kroatische Nationalspieler in den Folgejahren für die Wölfe und steuerte 22 Tore sowie 19 Assists bei. Nach zuvor zwei Leihen verließ Brekalo die Autostadt 2023 fest, von den einst investierten 10 Millionen Euro Ablöse spielte der VfL beim Transfer nach Florenz nur 1,7 Mio. wieder ein. Die Fiorentina verlieh den Flügelstürmer im Laufe des vergangenen Jahres zunächst an Hajduk Split und anschließend an Kasimpasa.
Ozan Kabak: 2018/19 für 11 Mio. Euro von Galatasaray zum VfB Stuttgart
Für den derzeit an einem Kreuzbandriss laborierenden Ozan Kabak ging es nach seinem Wechsel aus der Türkei nach Deutschland zunächst steil bergauf: Binnen eines Jahres schraubte der Innenverteidiger seinen Marktwert von 6,5 Mio. auf 32 Mio. Euro hoch, nachdem er beim VfB Stuttgart sportlich eingeschlagen hatte und von den Schwaben nach nur einem halben Jahr für 15 Mio. nach Schalke weiterverkauft wurde. Leihen zum FC Liverpool und Norwich City nach England in Folge des Abstiegs der Königsblauen folgte 2022 die Rückkehr in die Bundesliga, die TSG Hoffenheim überwies 7 Mio. Euro nach Gelsenkirchen. Heute hat Kabak 113 Bundesliga-Einsätze im Portfolio.
Can Uzun: 2024/25 für 11 Mio. Euro von Nürnberg zu Frankfurt
Bei Frankfurts Sommerzugang Can Uzun befindet sich die Entwicklung noch ganz am Anfang: Etwas mehr als ein halbes Jahr nach seinem Transfer in die Bundesliga konnte sich der mittlerweile 19-Jährige unter Trainer Dino Toppmöller zum regelmäßigen Kaderspieler mausern. 367 Spielminuten verteilt auf 14 Einsätze weist der offensive Mittelfeldspieler bis dato auf, in den vergangenen neun Partien kam er acht Mal zum Einsatz und bewegt sich in Sachen Marktwert nach wie vor auf dem bisherigen Karrierehoch.
Breno: 2007/08 für 12 Mio. Euro von São Paulo zum FC Bayern
Der Brasilianer Breno ist in Deutschland heute eher aufgrund von Geschehnissen abseits des Platzes als durch seine sportlichen Leistungen bekannt. Einst als hoffnungsvolles Abwehrtalent vom FC São Paulo an die Säbener Straße gewechselt, blieb der Innenverteidiger hierzulande deutlich hinter den sportlichen Erwartungen zurück. Ein Hausbrand und eine Gefängnisstrafe bestimmten in den Jahren nach seinem Wechsel nach München 2008 die Schlagzeilen. Auch ein zweiter Versuch per Leihe in Diensten des 1. FC Nürnberg scheiterte 2010 wegen eines Kreuzbandrisses. Weitere schwere Knieverletzungen sollten folgen. Vier Jahre später ging es für Breno zurück in die Heimat Brasilien, 2022 beendete er seine Karriere mit 28 Bundesliga-Einsätzen sowie 65 Spielen in der brasilianischen Série A auf der Haben-Seite.

Alphonso Davies: 2018/19 für 14 Mio. Euro von Vancouver zum FC Bayern
Außenverteidiger Alphonso Davies gelang nach seinem Wechsel von Vancouver zum FC Bayern in Europa der internationale Durchbruch. Fünf Meisterschaften und einen Champions-League-Titel, an dem er großen Anteil trug, heimste der in Ghana geborene Profi seither ein und schraubte seinen Marktwert zwischenzeitlich auf 80 Mio. Euro hoch. Davies galt zuletzt lange als Kandidat für einen Wechsel zu Real Madrid, nach Ablauf des Winter-Transferfensters 2025 verlängerte der 56-fache kanadische Nationalspieler seinen Vertrag bei den Bajuwaren aber bis 2030.
„Alphonso Davies hat sich beim FC Bayern auf seiner Position zu einem der besten Spieler der Welt entwickelt und großes Interesse geweckt. Dass er seinen Weg weiter hier mit uns gehen möchte, zeigt den Stellenwert des FC Bayern im internationalen Fußball – und, dass Alphonso in München seine sportliche Heimat gefunden hat“, ließ Sportdirektor Christoph Freund in diesem Zuge wissen.
El Chadaille Bitshiabu: 2023/24 für 15 Mio. Euro von PSG zu RB Leipzig
Der 1,96 Meter große Innenverteidiger El Chadaille Bitshiabu konnte seinen Marktwert nach dem Wechsel von Paris nach Leipzig zunächst mehr als verdoppeln, seit ca. einem Jahr stagniert dieser jedoch bei 12 Mio. Euro. Der französische U-Nationalspieler brachte es während seiner ersten Bundesliga-Saison nach einer Knieverletzung auf lediglich sechs Kurzeinsätze. In der laufenden Spielzeit zwischenzeitlich von Muskelbeschwerden geplagt, stehen bis dato immerhin elf Partien beim Abwehrspieler zu Buche. In den letzten drei Spielen stand Bitshiabu zwei Mal in der Startelf und will sich in der zweiten Saisonhälfte unter Trainer Marco Rose etablieren. Sein Vertrag in Leipzig ist bis 2028 datiert.
Ilaix Moriba: 2021/22 für 16 Mio. Euro vom FC Barcelona zu RB Leipzig
Seit 2021 steht Mittelfeldspieler Ilaix Moriba bei RB Leipzig unter Vertrag, gespielt hat er seither für den Bundesligisten aber nur sechsmal. Den Vorschusslorbeeren eines der größten Talente Spaniens wurde der mittlerweile 22-Jährige in Deutschland zu keinem Zeitpunkt gerecht – sein Marktwert sank nach mittlerweile vier Leihen um 22 Mio. auf zwischenzeitlich 3 Mio. Euro. Bei Celta Vigo kommt Moriba, der mittlerweile für den Verband Guineas in der U23 aufläuft, in der laufenden Spielzeit allerdings auf 19 LaLiga-Einsätze und verzeichnete zuletzt wieder ein leichtes Plus.

Ricardo Pepi: 2021/22 für 16,36 Mio. von Dallas zum FC Augsburg
Ricardo Pepi und der FC Augsburg, diese Verbindung sollte von Beginn an unter keinem guten Stern stehen. Als Rekordeinkauf in die Geschichte der Fuggerstädter eingegangen, blieb der Angreifer in seinem ersten halben Jahr beim FCA torlos und kam in der Folgesaison nur noch auf vier Spiele, ehe er wieder das Weite suchte. Einer Leihe nach Groningen folgte 2023 der feste Wechsel zur PSV Eindhoven, in dessen Zuge Augsburg immerhin noch 11 Mio. Euro kassierte.
Pepi ließ später wissen: „Für mich ist klar: Ich will nicht zurück nach Augsburg. Das habe ich dem Verein bereits mitgeteilt. Man hat mir Dinge versprochen, die nicht eingehalten wurden. Dann ist es ganz einfach: Dann muss man sich einen anderen Verein suchen. Für mich ist die Sache klar: Aufgrund der Art und Weise, wie sie mich behandelt haben, ist eine Rückkehr nach Augsburg keine Option.“ Für den amtierenden Meister und aktuellen Tabellenführer der Eredivisie steuerte der 33-fache US-Nationalspieler in 68 Pflichtspielen 32 Scorer bei und konnte seinen Marktwert auf das bisherige Karrierehoch von 18 Mio. Euro hochschrauben.

Dayot Upamecano: 2016/17 für 18,5 Mio. von Salzburg zu Leipzig
Nach dem 21. Spieltag schaffte Dayot Upamecano es in die Bundesliga-Top-Elf der Transfermarkt-User, seine Entwicklung in Deutschland verlief seit dem Wechsel 2017 aus Salzburg nach Leipzig allerdings in zahlreichen Höhen und Tiefen. In Diensten der Sachsen wurde Upamecano zum französischen Nationalspieler und verzeichnete in Sachen Marktwert eine Anhebung nach der nächsten – bis zum bisherigen Höchstwert 60 Mio. Euro im Jahr 2020.
Der FC Bayern investierte 2021 42,5 Mio. Euro in die Dienste des Innenverteidigers, der an der Säbener Straße jedoch wiederholt mit Problemen und Kritik konfrontiert wurde. Dennoch biss sich der mittlerweile 26-Jährige stets durch und bestritt pro Saison mindestens 25 Bundesliga-Spiele im Trikot des Rekordmeisters. Auch in der laufenden Spielzeit steht Upamecano bereits bei 18 Einsätzen, in denen er zwei Treffer erzielte.

Paulinho: 2018/19 für 18,5 Mio. von Vasco da Gama zu Bayer 04
„Er ist ein ganz junger Spieler, der von seinem Elternhaus getrennt wird. Wir müssen sehen, dass wir ihn nicht gleich überfrachten und überfordern“, ließ Bayer 04 Leverkusens damaliger Trainer Heiko Herrlich 2018 mit Blick auf Paulinho wissen, der beim Bundesligisten zuvor mit 18,5 Millionen Euro die bis heute höchste Ablöse seiner persönlichen Laufbahn generiert hatte. Der Stürmer galt als vielversprechendes Top-Talent, konnte seinem Ruf in der Bundesliga aber auch verletzungsbedingt nicht nachhaltig gerecht werden. In 57 Partien zwischen 2018 und 2022 gelangen dem heute 24-Jährigen zwölf Scorer.
Paulinhos Marktwert fiel während seiner Zeit in Leverkusen von 25 Mio. auf 7 Mio. Euro. Nach einer Leihe zu Atlético Mineiro ließ der Werksklub den Brasilianer 2023 ablösefrei ziehen. In seiner Heimat fand Paulinho schnell zu alter Form und wurde im Januar 2025 für 18 Mio. Euro zu Palmeiras transferiert.
Mathys Tel: 2022/23 für 20 Mio. von Rennes zum FC Bayern
Nach seinem Wechsel nach Deutschland spielte sich Mathys Tel beim FC Bayern in Windeseile in den Fokus: Trotz hochkarätiger Konkurrenz im Sturm des Rekordmeisters kam der erst 16-Jährige bereits in seiner ersten Saison an der Säbener Straße auf 22 Liga-Einsätze und fünf Treffer. In der Folgesaison sollten es gar zwölf Scorer in 30 Partien werden, sein Marktwert schoss innerhalb von zwei Jahren von 2 Mio. auf 50 Mio. Euro.
In der laufenden Spielzeit folgte jedoch der Einbruch: Nur acht Mal kam der Franzose unter Trainer Vincent Kompany in der Liga zum Einsatz und verließ den Klub im Januar per Leihe in Richtung Premier League. Tottenham sicherte sich im Zuge der Leihe eine Kaufoption in Höhe von 55 Mio. Euro für Tel, dessen Vertrag an der Isar noch bis 2029 Gültigkeit besitzt.

Jadon Sancho: 2017/18 für 20,59 Mio. von Man City zum BVB
5 Mio. Euro betrug der Marktwert von Jadon Sancho beim Transfer aus Manchester nach Dortmund, 100 Mio. vier Jahre später, als der heute 24-Jährige die Westfalen wieder verließ. Zwischenzeitlich hatte sich der Engländer mit der Taxierung von 130 Mio. Euro gar in den elitären Kreis der wertvollsten Spieler weltweit gespielt – nachdem er der Bundesliga 2021 im Zuge eines 85-Millionen-Deals mit Man United den Rücken kehrte, ging es für den 23-fachen Nationalspieler sportlich aber bergab. 15 Prozent der Ablöse gingen beim Wechsel vom BVB zu den Red Devils an den Ausbildungsklub Man City. Dadurch erhöhte sich die Ablösesumme von ursprünglich gezahlten 7,84 Mio. Euro auf 20,59 Mio. Euro.
In Old Trafford konnte sich Sancho nicht durchsetzen, zerstritt sich zudem mit Trainer Erik ten Hag und wurde zwischenzeitlich aufgrund psychischer Probleme aus dem Kader und Training genommen. Eine halbjährige Rückleihe zum BVB 2024 erwies sich zwar als grundsätzlich gut, zu seiner einstigen Top-Form kehrte er aber nicht zurück. Aktuell ist Sancho von United an den FC Chelsea verliehen, wo er Stammkraft in der Premier League ist. Sollte er bestimmte Parameter mit seinen Leistungen erfüllen, greift eine Kaufpflicht über 30 Mio. Euro, diese entspricht seinem derzeitigen Marktwert.
Jude Bellingham: 2020/21 für 30,15 Mio. Euro von Birmingham zum BVB
Bellingham kam, sah, siegte und stellte sogar Sanchos Entwicklung in den Schatten. Ursprünglich für 25 Mio. Euro aus Birmingham verpflichtet, die Summe stieg beim nächsten Wechsel wegen einer Weiterverkaufsbeteiligung an, wurde der Achter schnell zum elementaren Bestandteil in Dortmunds Spiel. Bellingham übernahm sukzessive mehr Verantwortung und avancierte schnell zu einem der größten Stars der Bundesliga. Sein Wechsel zu Real Madrid im Sommer 2023 war der zweitgrößte der Ligageschichte, nur übertrumpft von Ousmane Dembélés nach Barcelona.
Die Ursprungsablöse von 103 Mio. Euro kann durch Boni auf 133,9 Mio. ansteigen. Bei Real Madrid hat sich Bellingham zum Top-Torjäger in der Saison 2023/24, als es keinen Top-Stürmer im Kader gab, der Königlichen und zwischenzeitlich zum wertvollsten Spieler der Welt gesteigert – nur zwei Spieler werden derzeit höher taxiert.

Renato Sanches: 2016/17 für 35 Mio. von Benfica zum FC Bayern
Als 18-Jähriger gewann Renato Sanches mit Portugal die Europameisterschaft 2016 und galt als der nächste große Stern am Fußballhimmel. Dies blieb auch bei den Münchner Verantwortlichen nicht unbemerkt, die ihn im Sommer 2016 für 35 Mio. Euro von Benfica an die Säbener Straße lotsten – zusammen mit Mats Hummels und Ousmane Dembélé (Summe stieg erst durch die Weiterverkaufsklausel an) war er in diesem Sommer der teuerste Transfer der Bundesliga und rangiert bis heute in der Top-15 der Münchner Rekordeinkäufe.
In seiner ersten Saison bei den Bayern stand der Portugiese in 25 Einsätzen 905 Minuten auf dem Platz, verpasste aber den Durchbruch und wurde danach für ein Jahr an Swansea City in die Premier League verliehen. Es sollte ein zweiter Anlauf an der Säbener Straße folgen, nach drei Jahren in München, in denen sein Marktwert von 30 Mio. auf 18 Mio. Euro gefallen war, wechselte Sanches für 20 Mio. zum LOSC Lille. Dort wurde er Meister und feierte die erfolgreichste Zeit seiner Laufbahn, ehe PSG ihn für 15 Mio. Euro fest verpflichtete. Einer verletzungsgeplagten Leihe zur AS Rom folgte eine weitere zum Ausbildungsklub Benfica, wo Sanches aufgrund einer Muskelverletzung aber nur sechsmal zum Einsatz kam. Sein Marktwert beträgt aktuell noch 5 Mio. Euro.