Bundesliga Konkurrenz – Borussia Dortmund – Forum | Seite 5298

Bundesliga Konkurrenz – Borussia Dortmund – Forum | Seite 5298

Zitat von poschigoal

Zitat von roqueFort

…)

Geh halt mal durch die Dortmund Transfers durch und du wirst sehen das die Vereine von denen gekauft wurde zufällig zu dem Zeitpunkt fast immer in der top 7 oder 8 waren ob das Leverkusen, Hoffenheim, Freiburg oder Köln waren als man zb Özcan, Modeste, Schlotterbeck, Ryerson, Brandt etc
Ist das nun auch Taktik oder sind das nur die bösen bösen unfairen Bayern wenn die Süle aus Hoffenheim verpflichten? (…)

Eigentlich wollte ich auf deine festgefahrene plumpe Meinung gar nicht so sehr eingehen. Aber sieh es nicht als Antwort auf deinen Diskussionsbeitrag, sondern als Faktencheck für den neutralen Leser. Schauen wir uns deine Liste doch einmal genau an.

Zunächst, der Sachverhalt:

Salih Özcan wechselte im Sommer 22/23 vom 1. FC Köln zu Borussia Dortmund. Dortmund zahlte den Kölnern hierfür 5 Millionen Euro Ablöse (Marktwert: 13 Millionen). Die Flut der Nachrichen bezüglich des Wechsels erstreckt sich im Kern über den Zeitraum am 20.05. Die Saison war zu dem Zeitpunkt beendet. Der 34. Spieltag war am 14.05 gespielt. Borussia Dortmund wurde mit 67 Punkten Zweiter, der 1. FC Köln zog mit 57 Punkten auf Platz 7 in das internationale Geschäft ein. In der Vorsaison schafft Köln via Relegation den Klassenerhalt auf Platz 16.

Bei Anthony Modeste können wir das meiste wiederholen. Zu ergänzen ist hierbei, dass er der Notnagel war, da bei Sebastien Haller in der Saisonvorbereitung Hodenkrebs diagnostiziert wurde und er auf unbestimmte Zeit auszufallen drohte. Dortmund war gezwungen einen ähnlichen Spielertypen kurzfristig vor Saisonstart zu verpflichten.

Julian Brandt wechselte im Sommer 19/20 von Leverkusen nach Dortmund. Der BVB zahlte 25 Millionen Euro Ablöse für einen Spieler der vom Tabellenvierten zum Vizemeister wechselt. Neben zwei tabellarischen Plätzen trennte den BVB und Leverkusen 18 Punkte. In der Saison 17/18 schlossen Leverkusen und Dortmund punktgleich mit 55 Punkten die Saison ab.

Julian Ryerson wechselte im Januar 2023 von Union Berlin zum BVB. Man zahlte durch eine Ausstiegsklausel eine Ablöse von rund 5 Millionen Euro (MW: 7,5 Millionen). Zum Zeitpunkt des Wechsels rangierte Union Berlin mit 30 Punkten auf Platz 3 und somit zwei Punkte und drei Plätze vor der Borussia aus Dortmund. In der Saison 21/22 schloss Union Berlin auf dem 5. Platz ab während der BVB (siehe Özcan/Modeste) als Vizemeister mit 12 Punkten mehr ins Ziel lief.

Schlotterbeck kam 22/23. Dortmund wurde Vizemeister – punktgleich mit dem Meister Bayern und Freiburg schloss mit zwölf Punkten weniger auf Platz 5 ab. In der Vorsaison wurde der BVB Vizemeister, Freiburg Sechster mit zwölf Punkten Differenz.

Ich lade dich jetzt herzlich ein, uns darzulegen wie die o.g. Vereine (Köln, Freiburg, Leverkusen, Union Berlin) zum Zeitpunkt der Wechsel als unmittelbare Konkurrenz für den jeweiligen Vizemeister (und tlw. Vizemeister der Vorsaison) Borussia Dortmund zu bewerten sind. Inwiefern hat Borussia Dortmund unmittelbare Konkurrenz geschwächt. Konkurrenz die kurz-, mittel- und langfristig das Ziel hat/hatte auf Platz 2 der Bundesliga einzulaufen und regelmäßig Champions League zu spielen. Selbst Bayer Leverkusen, denen man das aufgrund eines recency-bias noch attestieren könnte, kam in den Jahren VOR dem Brandt-Transfer zu folgenden Ergebnissen: 5., 4., 5., 12. Alle diese Teams waren weit von Borussia Dortmund entfernt. Vom sportlichen Erfolg, von der Konstanz des sportlichen Erfolgs, von der finanziellen und emotionalen Tragkraft. Und ich spreche dabei keinem Verein seine Daseinsberechtigung oder auch nur irgendeinen Erfolg ab. Gerade die Saisons von Köln und Union waren bombastisch. Aber genau das schlägt in die gleiche Kerbe; es waren Ausnahmesaisons in denen die Spieler brilliert haben und man im Nachgang erkennt, dass sie (z.B. Özcan) nicht das Niveau halten konnten, welches der BVB sich durch den Transfer erhofft hat.

Auch für dich, es geht nicht darum, dass der BVB alles richtig und der FC Bayern alles falsch macht. Aber wenn sich hier jemand Dingen zusammenfantasiert, damit sie das eigene Meinungsbild unterstreichen, dann – bei allem Respekt – bist Du derjenige, der das macht.

Sportliche Grüße 🫡

Dieses « Zusammenfantasieren », was ich als sehr respektlos empfinde, ist doch auf beiden Seiten so zu finden, denn jeder interpretiert die einzelnen Transfers so, dass sie ins eigene Narrativ passen. Da versucht niemand so wirklich ergebnisoffene zu diskutieren, sondern die vorgefertigte negative Meinung soll untermauert werden.

Wenn ich bei dem ersten Beitrag von @Coq-au-vin beginne, dann diese Auflistung betrachte und bewerte, dann muss auch ich als Außenstehender sagen, dass das schon arg einseitig ist und man diese Einseitigkeit, die dann vom dem Bayernuser angebracht wurde, als « Spiegel vorhalten » betrachten kann. Da wurde dann aber relativiert, sodass man schon sagen kann, dass eine Stringenz nicht wirklich zu erkennen ist.

Dieses Narrativ, dass Bayern bewusst Spieler verpflichtet, um die Konkurrenz zu schwächen, hält sich ja seit Jahrzehnten, obwohl da direkte Aussagen von Hoeneß und Hitzfeld zu vernehmen waren, die lediglich davon sprachen, dass dies ein Nebeneffekt wäre, der Hauptgrund aber stets der gewesen sei, dass man sich verstärken wollte und das ist bei jedem Verein und jedem Transfer der Fall. Ob das dann immer so funktioniert, ist dann eine andere Sache, denn bei Transfers wie von Schlaudraff, Petersen, Hashemian, Ali Daei, oder wie die alle hießen, waren das einfach kostengünstige Versuche, die jeder Verein tätigt.

Dass ein Verein wie Bayern, der an der Spitze der Nahrungskette steht auch immer versucht, sich ligaintern zu verstärken und das auch so kostengünstig wie möglich, ist doch verständlich, aber es wird immer wieder von systematischen Transfers gesprochen, wobei ich diese Transfers nur als logische Folge sehe, denn um so erfolgreicher ein Verein den Bayern näher gekommen ist, punktemäßig eine gute Saison gespielt hat, kann das ja nur geschehen sein, weil man gute Spieler und Trainer in den Reihen hat, die dann nahezu selbsterklärend für Bayern infrage kommen, weil man einfach schaut, wo man sich selbst am leichtesten verstärken kann, ohne viel Geld auszugeben und das mit so wenig Risiko wie möglich.

Entsprechend waren eben Spieler wie Götze und Lewandowski völlig nachvollziehbare Verpflichtungen, weil das zur jeweiligen Zeit heiße Eisen waren, nicht nur für Bayern, sondern auch für internationale Topvereine. Wenn du dann die Möglichkeit hast, an diese Spieler zu kommen, weil die in der eigenen Liga spielen, dann musst du das versuchen, weil du aus dem Ausland eben diese heißen Eisen nicht bekommst, siehe z. B. bezüglich Götze die Personalie Neymar, die wohl das bevorzugte Ziel gewesen war.

Lewandowski wäre sicher zu Real gegangen, hätte Bayern sich nicht frühzeitig um ihn bemüht und das ist eben der Punkt, den man nicht ignorieren sollte. Bayern ist eben nicht Real, spielt eben nicht in der PL oder La Liga, wo man einen gleichwertigen Gegner hat, sodass man, wenn man überhaupt eine Chance haben möchte, früh an den Spielern dran sein muss.

Da werden jetzt einige entgegnen, dass Bayern ja mit daran schuld ist, dass es neben Bayern keinen zweiten absoluten Topverein gäbe, was ich nicht so sehe, denn weder Karlsruhe, Leverkusen, Bremen, der BVB noch die Leipziger wären das auf Dauer geworden, weil sie die Spieler hätten nicht halten können und das die ausländischen Vereine jetzt jeweils mehr gezählt hätten, was ja auch gerne berichtet wird, halte ich für ein Märchen, denn wenn z. B. ein Lewandowski sich nicht mit Bayern sondern mit Real geeinigt hätte, hätten die sicher nicht 50 Mio statt der kolportierten 25 der Bayern geboten. Das machen auch die internationalen Topvereine nur, wenn sie das wirklich müssen und die gute Beziehung zwischen dem BVB und Real bzw. Aki und Floppes ist ja hinlänglich bekannt. Für Götze hätten man auch nicht mehr bekommen, wenn dieser zu Real oder Barca gegangen wäre, und das zieht sich bei den genannten Personalien weiter fort.

Der frühe Vogel fängt eben den Wurm und nur so hat Bayern gegen so manch internationale Konkurrenz überhaupt eine Chance.

Dass dann Transfers/Verpflichtungen wie Süle, Rudy, Sabitzer, Guerreiro und Ballack, Borowski und Co Erwähnung finden, Transfers/Verpflichtungen, die teils 15 bis sogar über 20 Jahre zurück liegen, zeigt doch dann deutlich auf, dass es da so systematisch nicht sein kann, dass eben mittlerweile eine deutlich zu vernehmende Veränderung der Aktivitäten auf dem Transfermarkt zu erkennen ist, und das hat auch ein anderer User mit der Auflistung der vielen Transfers aus dem Ausland aufzeigen wollen, während andere Vereine, wie der BVB ihren Fokus genau gegensätzlich verändert haben, da aber andere Maßstäbe angesetzt werden bzw. wurden. Da wird dann, wie auch von dir, darauf verwiesen, dass das ja nicht die direkte Konkurrenz war, oder marktgerechter bezahlt worden wäre, obwohl das faktisch nicht korrekt ist, siehe Brandt, Guirassy, Özcan etc., es wird halt als was anderes dargestellt, weil man das ja letztendlich muss, da das Narrativ sonst nicht mehr passend wäre. Da wird dann erzählt, dass ein Verein, der auch um die CL, um die nationalen Plätze spielt, keine direkte Konkurrenz wäre, und die Punkteabstände werden aufgelistet. Als das aber von einem Bayernuser gemacht wurde, hinsichtlich der Vereine, die als direkte Konkurrenz bezeichnet wurden, wo es auch große Punktabstände gab, war das plötzlich nicht mehr relevant.

Wo ist da die Stringenz in der Argumentationsstruktur?

Letztendlich stellt es sich doch so dar, dass seit vielen Jahren eigentlich nur kurzzeitig Konkurrenz da war, mit dem BVB 11/12 und Leverkusen 24/25, aber eben mit Vereinen, die das hätten nicht konservieren können, weil sie die Leistungsträger eh verloren hätten. Die Zeit, dass es Vereine auf Augenhöhe gab, ist doch seit über 20 Jahren nicht mehr vorhanden und Bayern macht einfach das, was jeder Verein an ihrer Stelle machen würde, sie nutzen ihre Marktposition, um sie sportlich zu verstärken bzw. ihren Status Quo zu erhalten, das, was jeder Verein versucht, auch der BVB, der seine Position als 2. Leuchtturm verteidigen wollte und auch zum Mittel griff, weniger Risiko zu gehen, durch Transfers aus dem Ausland, sondern vermehrt aus der eigenen Liga Spieler zu holen, deren Limits eher der BVB ist als Vereine wie Bayern, Real oder City, und auch das ist völlig legitim, und auch da hat der BVB bei jedem Transfer versucht, so kostengünstig wie möglich dies zu tun, haben AKs bedient, Spieler ablösefrei geholt, haben die bessere wirtschaftliche und sportliche Position gegenüber anderen Vereinen der Liga ausgenutzt, sodass man auch das als systematisches Vorgehen bezeichnen müsste, wie bei Vereinen aus der unteren Tabellenregion, die sich entsprechend bei Vereinen unterhalb der Nahrungskette bedienen.

Dieses « systematische Bedienen » wird doch oftmals nur mit Bayern negativ in Verbindung gebracht, während es bei den anderen als normales, legitimes Verhalten bezeichnet wird, wo wir wieder bei Stringenz wären.

Nehmen wir überdies mal Real als Beispiel, die haben Bayern Alaba ablösefrei « abgeluchst », hätten das bei Davies auch gekonnt, wenn sie wirklich gewollt hätten, haben das aktuell bei TAA und Liverpool gemacht und werden das zukünftig auch noch mit anderen Spielern und anderen Vereinen machen, weil es immer häufiger dazu kommen wird, dass Spieler ihre Verträge erfüllen bzw. auslaufen lassen werden, oder mit nur einem Jahr Rest-VLZ, Druck auf den aktuellen Verein ausüben können, damit der potenziell neue Verein weniger zahlen muss. Dass nur Bayern so agiert, ist doch ein Märchen, nur die konnten/können es national eher, weil sie keine Konkurrenz auf Augenhöhe haben. Real ist hingegen international der Big Player und hat das entsprechend ausgenutzt.

Es beschweren sich nur dann die Fans und die Vereine, wenn sie nicht der Profiteur bei Transfer sind. Holt Bayern Götze und Lewandowski, ist das Geschrei bei Verein und Fans des BVBs groß. Holt man aber selbst Anton und Guirassy, dann ist das urplötzlich eine andere Situation, und man sagt Richtung Stuttgart und deren Fans, die sollen sich bitte nicht so haben, ist halt wirtschaftlich und sportlich eine Verbesserung, und gab halt eine AK unter Marktwert, da kann ja der BVB nichts dafür.

Stringenz…

Mal ist man der Hund und mal der Baum. Je nachdem was man ist, argumentiert man entsprechend. Dass man dann zuweilen scheinheilig und voller Doppelmoral wirkt bzw. rüberkommt, erkennt nicht jeder.

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Loriot: « In Krisenzeiten suchen Intelligente nach Lösungen, Idioten suchen nach Schuldigen.

Dieter Hallervorden: « Das größte Problem in der Geschichte der Menschheit ist, dass die Leute, die die Wahrheit kennen, den Mund nicht aufmachen. Und diejenigen, die von nichts eine Ahnung haben, bekommt man einfach nicht zum Schweigen. »

« Sei Kind, wann immer Du kannst, und nur erwachsen, wenn Du musst »