Borussia Dortmund: Bvb Boss Watzke doit être renversé | football

Borussia Dortmund: Bvb Boss Watzke doit être renversé | football

Machtkampf beim BVB!

Es geht um Wortbruch, Eitelkeiten, Intrigen, einen Sponsoren-Streit und sogar Schalke 04. Darum droht jetzt eine Schlammschlacht um die BVB-Macht.

Mit dem heutigen Wissen wirkt dieses Foto einfach nur noch absurd!

Vereint im Jubel? BVB-Boss Hans-Joachim Watzke (65/l.) neben Dr. Reinhold Lunow beim Sieg in Freiburg

Vereint im Jubel? BVB-Boss Hans-Joachim Watzke (65/l.) neben Dr. Reinhold Lunow (71) beim Sieg in Freiburg

Foto: IMAGO/Jan Huebner

5. April 2025 in Freiburg: Durch einen unerwarteten 4:1-Sieg in Freiburg beendet Borussia Dortmund unter Neu-Trainer Niko Kovač (53) endlich seine kolossale Saisonkrise (Absturz bis auf Platz 11). Auf der VIP-Tribüne sorgt das für einen Gefühlsübersprung der 3. Art. Präsident Dr. Reinhold Lunow (71) umarmt seinen Sitznachbarn, BVB-Boss Hans-Joachim Watzke (65), innig. Echte BVB-Liebe, die überrascht erwidert wird. Zwei Männer vereint für Borussia – möchte man sofort denken. Der Schein trügt gewaltig!

Nach BILD-Recherchen schwelt zu diesem Zeitpunkt bereits seit Monaten ein massiver Interessenkonflikt zwischen Watzke und Lunow, der in dieser Woche zu einem öffentlichen Kampf um die Macht beim BVB entbrannt ist.

Am Montagabend informierte Mediziner Lunow die relevanten Klub-Gremien (Beirat und Wirtschaftsrat) sowie Wahlleiter Dr. Winfried Materna (80) über seine Absicht, das Präsidentenamt nicht für den designierten Nachfolger Watzke freiwillig räumen zu wollen, sondern erneut zu kandidieren. Bei den folgenden Fragen der Räte nach seiner Intention und seinen Qualitäten – so erfuhr BILD aus der Runde – soll Lunow teils indisponiert gewirkt haben. Trotzdem ließ er am Dienstagvormittag ein begleitendes Statement zu seiner weitreichenden Entscheidung an zwei ausgewählte Medien versenden.

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Rückblick: Als Lunow am 20. November 2022 die Nachfolge von Ex-Präsident Reinhard Rauball (78) antritt, soll er Watzke im gleichen Zuge versichert haben, sein Präsidentenamt zur Verfügung zu stellen, sobald dieser aus der Geschäftsführung ausscheidet. Ein Vorgang, den Watzke (tritt im Herbst als Geschäftsführer ab) und Lunow unabhängig voneinander gegenüber BILD bestätigen. Ein Gentlemen’s Agreement, das Lunow 2,5 Jahre später jetzt für sich einkassiert zu haben scheint. Den Vorwurf des Wortbruchs kann er nicht entkräften, hat ihn aber wohl einkalkuliert.

Lunow in seiner Stellungnahme: „Ich kandidiere erneut als Präsident von Borussia Dortmund, weil unser Verein einzigartig ist – und das so bleiben soll. Dafür brauchen wir ein starkes, neues Miteinander (…)“

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Quelle: BILD28.05.2025

Miteinander? Warum geht Lunow dann jetzt öffentlich auf Gegeneinander-Kurs, ausgerechnet mit Klubchef Watzke? In dessen 20-jährige Amtszeit fallen immerhin eine abgewendete Insolvenz, 2 Meister-Titel, 3 Pokal-Siege, 2 Champions-League-Finals und zuletzt über 500 Mio. Euro Umsatz.

Mögliche Lösung: Lunow sieht sich als Teil einer Bewegung, als Kopf einer Opposition, die sich zum Ziel gesetzt hat, Watzke komplett aus dem Verein zu verdrängen. Zum Team Lunow gehört dabei u.a. Jakob Scholz (Vorstand der Fan- und Förderabteilung), dem in Kreisen der organisierten Fanszene großer Einfluss nachgesagt wird und der nach BILD-Informationen eine der Triebfedern hinter der Agenda „Aki stürzen“ sein soll.

Lunow hat ihm für den Fall der Wiederwahl angeblich schon den Posten als Vize-Präsidenten versprochen, seine neue Schatzmeisterin soll Juristin Sabine Aldermann (58/assoziiertes Beirats-Mitglied) werden. Auch für die Geschäftsführung soll die Gruppe bereits ein Schattenkabinett aufgestellt haben.

Jakob Scholz im November 2024 auf der Mitgliederversammlung von Borussia Dortmund

Fan-Vorstand Jakob Scholz im November 2024 auf der Mitgliederversammlung von Borussia Dortmund

Foto: picture alliance / Dennis Ewert/RHR-FOTO

Dazu passt: Das „Fanbündnis Südtribüne“ ließ mit einer Veröffentlichung jüngst erahnen, was neben „schlechter Außendarstellung des Vereins“ u.a. Vorwürfe gegen die BVB-Geschäftsführung um Watzke und Marketing-Boss Carsten Cramer (56) sein könnten: „Machtspielchen hinter den Kulissen“, „Indiskretionen gegenüber der Presse“, die „unwürdige Entlassung von Nuri Şahin“ sowie die „peinlichen Einlassungen des externen Beraters Matthias Sammer im TV“.

Über allem aber steht die Ultras-Kritik an der „wachsenden Kommerzialisierung“, gipfelnd in der BVB-Kooperation mit dem Düsseldorfer Rüstungskonzern „Rheinmetall“. Ein Deal, der laut BILD-Informationen zu einem lautstarken Streit zwischen Watzke und Lunow am Rande der letzten Mitgliederversammlung geführt haben soll.

Auslöser: erneut eine nicht gehaltene Zusage von Lunow. Während er in den Gremien nach eigenem Bekunden dem Deal angeblich unter Druck zugestimmt hat, wechselte Lunow dann aus „ethischen Gründen“ seine Meinung, verwies in der Versammlung zudem, wie Scholz („Das Rheinmetall-Sponsoring spaltet uns! Sollte uns der BVB nicht alle vereinen?“) auf den Grundwertekodex des Vereins. Lunow: „Frieden schaffen ohne Waffen war schon immer mein Thema. (…) Man hat gesehen, dass der Rheinmetall-Weg nicht richtig war.“

Ein von langer Hand geplanter Trick, um die Geschäftsführung vorzuführen? Fakt ist: Bei der folgenden Abstimmung missbilligte die Mehrheit (556 Stimmen) der noch anwesenden BVB-Mitglieder die Werbepartnerschaft.

Ein Vorgang, der für Watzke und Cramer (fädelte den Deal ein) nichts anderes als einen Affront dargestellt haben muss. Und für Watzke ein erster Denkzettel gewesen sein könnte für eine mögliche Kampfabstimmung ums Präsidentenamt.

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Quelle: BILD/ DFB28.05.2025

► Könnten alle 227.000 BVB-Mitglieder abstimmen, wäre Watzke nach all seinen Verdiensten um den BVB gegen den weitgehend unbekannten Lunow der Sieg wohl sicher. Laut Satzung stimmen aber die anwesenden Mitglieder in den Westfalenhallen ab. Bliebe dann die Frage, welches Lager mehr Mitglieder mobilisieren könnte?

Wenn es denn überhaupt zu diesem finalen Showdown kommt!

Bis heute hat sich Watzke nicht öffentlich zur Kandidatur bekannt. Im ZDF-Sportstudio-Gespräch mit Katrin Müller-Hohenstein (59) erklärte er zum Thema Ende April lediglich knapp: „Wenn mein Verein mich will, stehe ich zur Verfügung.“

BILD weiß: Natürlich hegt Watzke den Wunschplan, ins Präsidentenamt zu wechseln. Aber nicht um jeden Preis! Schon gar nicht, sollte dadurch sein Verein über Monate Schaden nehmen. Eine Kampfabstimmung gegen Lunow oder einen anderen Kandidaten gilt deshalb als unsicher.

August 2014: Dr. Reinhold Lunow (l.) neben Hans-Joachim Watzke

August 2014: Dr. Reinhold Lunow (l.) neben Hans-Joachim Watzke, mit dessen Hilfe der Mediziner 2005 zum BVB-Schatzmeister wurde

Foto: firo Sportphoto

Und trotzdem besorgt Watzke („Es ist das gute Recht von Reinhold Lunow, sich für das Präsidentenamt zu bewerben.“) die Entwicklung. „Angst vor Schalker Verhältnissen“ geht um, bestätigen führende BVB-Mitarbeiter gegenüber BILD. Sie zeichnen ein Szenario wie etwa auch beim HSV oder Hertha, in denen die organisierte Fanszene nach Macht und Einfluss strebt und letztlich übernimmt. Der frühere Schatzmeister Lunow könnte hier am Ende nur ein Ultras-Instrument sein, um dieses Ziel auch in Dortmund zu erreichen. Ein Erfolgsmodell war dies auf Schalke (2. Liga/169 Mio. Euro Schulden) etwa bisher nicht.

Machtkampf beim BVB – es drohen Lager-Bildung und Schmutzkampagnen. Potenzielle Sponsoren und sogar Neuzugänge dürfte es nachhaltig abschrecken, wenn Dortmund sich im Rekordtempo vom seriös geführten Champions-League-Verein in den nächsten Monaten in einen Intrigen-Stadl verwandelt. Ob Lunow das mit einem „neuen Miteinander“ meint? Gegenüber BILD wollte er sich dazu nicht äußern. Bekannt ist, dass er das Watzke-Angebot, den Posten des Vize-Präsidenten zu übernehmen, ausgeschlagen hat.

Echte Zerrissenheit statt „Echte Liebe“, Präsident gegen Geschäftsführer – die BVB-Bosse sollten diesen Konflikt schnell lösen. Der Schaden für den BVB wäre ansonsten wohl immens!